Kaltakquise – Tool zur Kundengewinnung oder antiquiert?

Kaltakquise, auch Cold Calling, ist eine der ältesten und direktesten Formen der Kundengewinnung. Sie beschreibt den Prozess, bei dem potenzielle Kunden ohne vorherige Beziehung oder Anfrage direkt kontaktiert werden, häufig über das Telefon. In diesem Artikel beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um die Kaltakquise und geben Tipps, wie Sie Kaltakquise effektiv zur Kundengewinnung nutzen.

Was ist Kaltakquise?

Kaltakquise oder Cold Calling bezeichnet den aktiven Verkaufsansatz, bei dem Unternehmen oder Vertriebler potenzielle Kunden kontaktieren, ohne dass diese zuvor Interesse gezeigt oder eine Anfrage gestellt haben. Am häufigsten erfolgt der Kontakt telefonisch, kann aber auch online per Mail oder Social Media oder durch persönliche Besuche stattfinden. Ziel ist es, dem potenziellen Kunden ein Produkt oder eine Dienstleistung vorzustellen, eine Beziehung aufzubauen, weitere Gesprächstermine zu vereinbaren und ihn vom Kauf zu überzeugen.

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Was ist der Unterschied zwischen Kaltakquise und Warmakquise? 

Im Gegensatz zu Kaltakquise, wird bei der Warmakquise zuerst eine Beziehung zu potenziellen Kunden aufgebaut. Kunden hatten bei der Kontaktaufnahme des Unternehmens bereits Kontaktpunkte (z.B. über Social Media, Newsletter-Anmeldung, usw.) zum Unternehmen oder Produkt oder haben die Kontaktaufnahme sogar selbst angestoßen.

Warum Kaltakquise?

Es gibt unzählige Methoden zur Kundengewinnung. Kaltakquise wird dabei oft als veraltet wahrgenommen, kann jedoch eine sehr effektive Methode sein, um neue Kunden zu gewinnen. Insbesondere für Unternehmen, die noch nicht in der Branche etabliert sind oder neue Produkte auf den Markt bringen möchten, kann sie einige Vorteile bieten:

Direkte und persönliche Ansprache

Einer der größten Vorteile der Kaltakquise ist die Möglichkeit, direkt mit dem potenziellen Kunden zu kommunizieren. Anders als bei E-Mail-Marketing oder Social Media-Ads, bei denen oft nur eine einseitige Interaktion besteht, ermöglicht die Kaltakquise einen direkten Austausch. Dadurch können individuelle Fragen beantwortet, Bedenken ausgeräumt und das Angebot gezielt auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten werden.

Schnelle Ergebnisse

Während Strategien wie Suchmaschinenoptimierung (SEO) oder Content-Marketing oft Monate brauchen, um Erfolge zu zeigen, kann Kaltakquise sofort Ergebnisse liefern. Ein gutes Gespräch kann bereits beim ersten Kontakt zu einer Terminvereinbarung oder sogar einem Abschluss führen. Besonders für Unternehmen, die schnell neue Kunden gewinnen möchten, ist das ein Vorteil.

Volle Kontrolle über den Vertriebsprozess

Kaltakquise gibt Unternehmen die Möglichkeit, den gesamten Vertriebsprozess aktiv zu steuern. Sie sind nicht auf externe Plattformen angewiesen, sondern können gezielt entscheiden, welche Unternehmen oder Personen kontaktiert werden.

Wettbewerbsfähigkeit und Unabhängigkeit

Digitale Werbeformen dominieren den Markt. Während viele Unternehmen ausschließlich auf digitale Strategien setzen, ermöglicht es der direkte Kontakt, sich vom Wettbewerb abzuheben und eine Beziehung zum Kunden aufzubauen.

Ist Kaltakquise in Deutschland erlaubt?

Bei Kaltakquise stellen sich viele die Frage: Ist Kaltakquise eigentlich erlaubt? Die antworte darauf ist, ja, sie ist jedoch stark reglementiert. Unternehmen sollten sich genau über die gesetzlichen Vorgaben informieren, um Abmahnungen und Bußgelder zu vermeiden.

In Deutschland ist die Kaltakquise grundsätzlich durch das Telemediengesetz (TMG), das Telekommunikation-Telemedien-Datenschutz-Gesetz (TTDSG ) und das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) geregelt. Welche Art der Kaltakquise erlaubt ist, hängt von mehreren Faktoren ab.  Insbesondere von der Art der Kontaktaufnahme und davon, ob sich die Akquise an Privatpersonen oder Unternehmen richtet.

Kaltakquise im B2C-Bereich

B2C (Business-to-Consumer) ist Kaltakquise in Deutschland durch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG, § 3 und § 7) stark eingeschränkt. Unaufgeforderte Werbeanrufe oder Mails sind nur dann erlaubt, wenn die betroffene Person vorher ausdrücklich ihre Einwilligung erteilt hat. Zum Beispiel durch das Setzen eines Häkchens in einem Online-Formular oder durch eine schriftliche Zustimmung.

Wenn keine Einwilligung vorliegt, gilt die Kontaktaufnahme als unzumutbare Belästigung und kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, wie Abmahnungen oder Bußgelder von der Bundesnetzagentur.

Persönlich adressierte Briefe, die klar als Werbung erkennbar sind, sind jedoch im B2C-Bereich erlaubt. Außer der Empfänger hat dem Unternehmen mitgeteilt, dass er keine Post bekommen möchte.

Kaltakquise im B2B-Bereich

Etwas anders sieht es im B2B(Business-to-Business)-Bereich aus. Im B2B ist die Kaltakquise in vielen Fällen erlaubt. Jedoch müssen auch hier datenschutzrechtliche Bestimmungen beachtet werden. Beispielsweise erlaubt das UWG eine Kontaktaufnahme per Telefon, sofern ein „mutmaßliches Interesse“ (§ 7 UWG) des Unternehmens angenommen werden kann. Dies bedeutet, dass die angebotene Leistung oder das Produkt für das Unternehmen von Relevanz sein muss. Dennoch sollte die Kontaktaufnahme in einem angemessenen Rahmen erfolgen und nicht als aufdringlich wahrgenommen werden. E-Mail-Marketing hingegen ist auch im B2B-Bereich ohne vorherige Einwilligung in der Regel nicht erlaubt.

Strafen bei unzulässiger Kaltakquise

Unternehmen, die gegen die gesetzlichen Regelungen zur Kaltakquise verstoßen, müssen mit erheblichen Strafen rechnen. Neben Abmahnungen von Wettbewerbern oder Verbraucherschutzverbänden kann die Bundesnetzagentur Bußgelder gemäß § 20 UWG verhängen. Bei den Verstößen handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Insbesondere bei unerlaubten Telefonanrufen kann das teuer werden: 2017 verhängte die Bundesnetzagentur ein Rekordbußgeld von 300.000€ gegen einen Telefondienstleister wegen unerlaubter Telefonwerbung. Dies ist auch der Höchstsatz für eine Geldbuße gemäß § 20 UWG.

Welche Rolle spielt die DSGVO für die Kaltakquise?

Auch in der Kaltakquise, spielt die DSGVO eine Rolle. Die gesammelten personenbezogenen Daten müssen DSGVO-konform behandelt und potenzielle Kunden über Umfang und Zweck der Datenverarbeitung sowie ihr Widerspruchsrecht informiert werden.

Rechtskonforme Kaltakquise – Checkliste

  • Privatpersonen (B2C)
    Für SMS-, E-Mail-, Fax- und Telefonwerbung ist eine ausdrückliche Einwilligung erforderlich (§ 7 UWG + DSGVO).
    Achtung: Auch postalische Werbung kann problematisch sein, wenn der Empfänger dieser widersprochen hat.
  • Unternehmen (B2B):
    Telefonische Akquise ist ohne schriftliche Einwilligung möglich, wenn eine mutmaßliche Einwilligung vorliegt (d. h., wenn das Unternehmen ein erkennbares Interesse an dem Angebot hat, § 7 UWG).
    E-Mail-, SMS- oder Fax-Werbung: Einwilligung zwingend erforderlich (mit Ausnahme von Bestandskundenwerbung unter bestimmten Bedingungen).
  • E-Mail-Marketing:
    Double-Opt-In (DOI) ist der beste Weg, um eine rechtssichere Einwilligung zu dokumentieren.
    Achtung: Der DOI allein reicht nicht aus – es muss auch dokumentiert werden, wann und wie die Einwilligung erteilt wurde.
  • Bestandskundenregelung (§ 7 Abs. 3 UWG): Wenn eine bestehende Geschäftsbeziehung besteht, kann unter bestimmten Bedingungen auch ohne DOI geworben werden.
  • Telefonwerbung:
    B2C: Immer ausdrückliche Einwilligung notwendig.
    B2B: Möglich, wenn eine mutmaßliche Einwilligung vorliegt.
  • Nachweispflicht:
    Die Einwilligungen der Kunden und Interessenten sollten Sie nachweisen können. Nutzen Sie dafür beispielsweise ein CRM und dokumentieren Sie wann, welcher Kunde, auf welchem Weg, welche Einwilligung gegeben hat.

Welche Arten von Kaltakquise gibt es?

Kaltakquise ist nicht gleich Kaltakquise – es gibt verschiedene Methoden, die je nach Branche, Zielgruppe und Strategie variieren. Die gängigsten Arten des Cold Callings sind die folgenden:

Telefonische Kaltakquise

Beim Begriff Kaltakquise denken viele als erstes an telefonisches Cold Calling.  Es ist eine der häufigsten Methoden, potenzielle Kunden direkt anzusprechen. Unternehmen kontaktieren mögliche Interessenten telefonisch, um Produkte oder Dienstleistungen vorzustellen.

Vorteile von telefonischer Kaltakquise:

  • Direkte Kommunikation mit dem potenziellen Kunden
  • Möglichkeit, auf Fragen oder Einwände sofort zu reagieren
  • Schnelle Qualifizierung von Leads

Nachteile von telefonischer Kaltakquise:

  • Häufige Ablehnung oder Desinteresse (dadurch häufig auch Frustration bei Mitarbeitenden)
  • Rechtliche Einschränkungen
  • Hoher Zeitaufwand
  • Kaltakquise per E-Mail

Bei der Kaltakquise per E-Mail ist es wichtig, personalisierte und ansprechende Inhalte zu versenden, um die Aufmerksamkeit des Empfängers zu gewinnen und nicht als aufdringliche oder irrelevante Werbung wahrgenommen zu werden.

Vorteile von E-Mail-Akquise:

  • Kostengünstig und skalierbar
  • Möglichkeit, Links und weiterführende Informationen einzufügen
  • Empfänger kann die Nachricht in Ruhe lesen

Nachteile von E-Mail-Akquise:

  • Gefahr, im Spam-Ordner oder auf Blacklists/Blocklisten zu landen
  • Keine sofortige Interaktion möglich
  • Gesetzliche Einschränkungen

Kaltakquise über soziale Netzwerke (Social Selling)

Beim Social Selling nutzt man Social-Media-Kanäle, z.B. auf LinkedIn, zum Auf- und Ausbau von Kundenbeziehungen. Eigene Online-Profile von Einzelpersonen werden verwendet, um potenzielle Kunden zu finden, mit ihnen in Kontakt zu treten und vertrauenswürdige Beziehungen aufzubauen.

Vorteile von Social Selling

  • Direkte Kontaktaufnahme mit relevanten Personen
  • Möglichkeit, Inhalte zur Vertrauensbildung zu nutzen
  • Nachhaltige Vernetzung

Nachteile von Social Selling

  • Hoher Zeitaufwand kontinuierliche Pflege der Profile
  • Nicht jeder Nutzer ist offen für Direktansprachen
  • Zeitaufwand für den Aufbau nachhaltiger Beziehungen

Persönliche Kaltakquise/ Door-to-Door-Vertrieb

Hierbei handelt es sich um den direkten Kontakt zu potenziellen Kunden, zum Beispiel bei Messen oder Events, aber auch durch Besuche vor Ort bei Unternehmen oder Privatpersonen. Im B2C-Bereich spielt insbesondere der Door-to-Door-Sales (D2D) noch eine größere Rolle, beispielsweise im Versicherungs- oder Energievertrieb. Verkäufer gehen dabei von Tür zu Tür, um potenziellen Kunden Produkte oder Dienstleistungen zu präsentieren.

Vorteile von persönlicher Kaltakquise

  • Persönlicher Kontakt schafft Vertrauen
  • Sofortiges Feedback möglich
  • Direkte Produktdemonstration

Nachteile von persönlicher Kaltakquise

  • Zeitaufwendig und kostenintensiv
  • Hohe Ablehnungsquote

Direktmailings

Unter Direktmailing versteht man den Versand von Werbebriefen, Flyern oder Postkarten an potenzielle Kunden.

Vorteile von Direktmailings

  • Physische Post bleibt länger im Gedächtnis als eine E-Mail
  • Können gezielt auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnitten werden
  • Weniger rechtliche Einschränkungen

Nachteile von Direktmailings

  • Höhere Kosten als digitale Methoden
  • Keine direkte Interaktion
  • Erfolg schwer messbar

Die Wahl der richtigen Kaltakquise-Methode hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Zielgruppe, die Branche und die verfügbaren Ressourcen. Während Telefonakquise schnelle Ergebnisse liefern kann, ist Social Selling oft nachhaltiger.

Wie funktioniert Kaltakquise?

Die Kaltakquise beginnt in der Regel mit der Recherche nach neuen potenziellen Kunden. Anschließend erfolgt der erste Kontakt, bei dem der Verkäufer in kurzer Zeit das Interesse des Kunden wecken muss. Dabei ist es wichtig, dass die Ansprache professionell und persönlich wirkt, um nicht als Spam wahrgenommen zu werden.

Was ist Spam?

Spam sind unerwünschte oder massenhaft versendete Nachrichten – per E-Mail, in sozialen Medien oder als Kommentare auf Websites. Oft enthalten sie Werbung, Betrugsversuche oder schädliche Links. Es gibt aber auch telefonischen Spam, also nervige Werbeanrufe oder automatische Ansagen, die meist darauf abzielen, etwas zu verkaufen oder persönliche Daten stehlen.

Der Begriff „Spam“ kommt ursprünglich aus einer britischen Comedy-Show namens „Monty Python’s Flying Circus“. Dort gibt es eine Szene, in der das Wort „Spam“ (eine Marke für Dosenfleisch) ständig wiederholt wird – wie Massennachrichten oder -anrufe heute.

 

Der Verkaufsprozess bei der Kaltakquise folgt oft diesen Schritten:

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kaltakquise:

1. Vorbereitung

Gründliche Vorbereitung ist entscheidend für den Erfolg der Kaltakquise. Dazu gehören:

Zielgruppenanalyse: Wer sind die potenziellen Kunden? Welche Probleme oder Bedürfnisse haben diese?

Recherchen: Informationen über das Unternehmen oder die Person einholen, um das Gespräch individuell gestalten zu können.

Skripterstellung: Ein grober Leitfaden hilft, den Gesprächsverlauf zu strukturieren und Sicherheit zu gewinnen. Zudem erleichtert ein Leitfaden das Onboarding neuer Mitarbeiter und schafft Vergleichbarkeit. Am besten halten Sie das auch in einem Sales Playbook fest.

2. Erste Kontaktaufnahme

Die Kontaktaufnahme erfolgt meist telefonisch, per E-Mail oder über soziale Netzwerke wie LinkedIn. Dabei sollten Sie Folgendes beachten:

Freundlicher und professioneller Einstieg: Stellen Sie sich vor und nennen Sie den Grund Ihres Anrufs.

Interesse wecken: Zeigen Sie dem Gesprächspartner, welchen Mehrwert Ihr Angebot für ihn haben kann.

Offene Fragen stellen: So bringen Sie den potenziellen Kunden zum Reden und können gezielt auf seine Bedürfnisse eingehen.

3. Einwandbehandlung

Nicht jeder Gesprächspartner wird sofort offen für Ihr Angebot sein. Daher ist es wichtig:

Geduldig zuzuhören: Verstehen Sie die Bedenken des Gegenübers.

Argumente parat zu haben: Bereiten Sie Antworten auf typische Einwände vor.

Hartnäckig, aber höflich zu bleiben: Ein „Nein“ muss nicht endgültig sein – vielleicht ergibt sich zu einem späteren Zeitpunkt eine Gelegenheit. Achten Sie jedoch darauf Ihren gegenüber nicht zu etwas zu drängen, sondern bleiben Sie verständnisvoll.

4. Terminvereinbarung oder nächster Schritt

Ziel der Kaltakquise ist selten ein sofortiger Kaufabschluss. Dennoch sollten Sie im Gespräch auf ein klares Ziel hinarbeiten:  ein Folgegespräch, eine Produktpräsentation oder einen persönlichen Termin. Falls dies nicht sofort möglich ist, sollte zumindest eine Option für eine spätere Kontaktaufnahme offen bleiben.

5. Nachbereitung und Follow-up

Auch wenn der erste Kontakt nicht direkt zum Erfolg führt, ist eine Nachbereitung essenziell:

Gesprächsnotizen anlegen: Wichtige Informationen und Reaktionen des Gesprächspartners festhalten.

Nachfassen: Falls ein erneuter Kontakt vereinbart wurde, diesen fristgerecht einhalten.

Allgemein gilt, je besser Sie Cold Calling Vor- und Nachbereiten, desto höher die Erfolgschancen. Nutzen Sie am besten moderne Technologien, wie Customer-Relationship-Management-Systeme und andere Softwarelösungen. Diese helfen, die Kaltakquise effizienter zu gestalten und den Überblick zu behalten.

Wann ist der beste Zeitpunkt für Cold Calling?

Laut Umfragen ist der beste Tag zum Cold Calling Mittwoch, gefolgt von Donnerstag und Dienstag. An diesen Tag sind potenzielle Kunden eher gesprächsbereit. Anrufe vor 8:00 Uhr sind ein No-Go, genauso wie Cold Calls am Montagvormittag. Am besten sind Entscheider telefonisch zwischen 10:00 Uhr und 11:00 Uhr und 16:00 Uhr und 17:00 Uhr zu erreichen.

Der perfekte Zeitpunkt kann jedoch je nach Branche variieren. Daher ist es wichtig, dass Sie verschiedene Zeitfenster testen und die Reaktionen der potenziellen Kunden analysieren, um den für Ihre Zielgruppe besten Zeitpunkt zu ermitteln.​

Die Rolle von CRM in der Kaltakquise: Effizienter, strukturierter und erfolgreicher verkaufen

Ein CRM-System ist ein unverzichtbares Werkzeug für erfolgreiche Kaltakquise. Es hilft Vertriebsteams, Kontakte zu verwalten, Follow-ups zu organisieren und den gesamten Verkaufsprozess zu strukturieren. Besonders wichtige Funktionen sind automatisierte Erinnerungen für Nachfassgespräche, detaillierte Kundenprofile mit Gesprächsnotizen sowie Analysefunktionen, um den Erfolg von Anrufen und Strategien auszuwerten. Durch die zentrale Speicherung aller Informationen kann des Sales den richtigen Ansprechpartner zum optimalen Zeitpunkt mit relevanten Informationen kontaktieren. So wird verhindert, dass potenzielle Kunden durch unstrukturierte Ansätze verloren gehen.

Ein CRM ist nicht nur eine Datenbank, sondern ein strategischer Begleiter für mehr Abschlüsse und eine nachhaltige Kundenbeziehung.

Leitfaden für telefonische Kaltakquise

Telefonische Kaltakquise erfordert besondere Fähigkeiten, um den potenziellen Kunden nicht zu überfordern und gleichzeitig das Gespräch zielgerichtet zu führen. Folgender Leitfaden hilft Ihnen dabei, das Gespräch effizient zu gestalten:

1. Personalisierung

Niemand möchte eine Standard-Anfrage erhalten. Sprechen Sie den Ansprechpartner mit Namen an und zeigen Sie, dass Sie sich mit seinem Unternehmen oder seiner Branche beschäftigt haben. So entsteht von Anfang an ein persönlicher Bezug.

2. Starker Gesprächseinstieg

Die ersten Sekunden entscheiden, ob Ihr Gegenüber überhaupt zuhört. Vermeiden Sie Standard-Floskeln und starten Sie nicht mit einer langen Einführung über Sie selbst und Ihr Unternehmen. Beginnen Sie lieber mit einer interessanten Frage oder einem Mehrwert. Beispiel:

  • „Guten Tag [Name], mein Name ist [Ihr Name] von [Ihr Unternehmen]. Habe ich Sie gerade passend erwischt, oder wäre ein anderer Zeitpunkt besser?“

Vorteil: Respektiert die Zeit des Gegenübers und erhöht die Chance, dass die Person offen für das Gespräch ist.

  • „Guten Tag [Name], ich spreche mit vielen [Branche]-Unternehmen, die aktuell [Problem X] haben. Ist das bei Ihnen auch ein Thema?“

Vorteil: Zeigt sofort Expertise und hebt die Relevanz hervor.

  • „Guten Tag [Name], wenn ich Ihnen in nur 30 Sekunden zeigen könnte, wie Sie [Vorteil X] erzielen können, wäre das für Sie spannend?“

Vorteil: Kurze, neugierige Einleitung, die wenig Zeit fordert.

  • „Guten Tag [Name], ich habe kürzlich mit [ähnliches Unternehmen] gearbeitet und konnte [Erfolg X] erzielen. Darf ich Ihnen kurz erzählen, wie das auch für Sie funktionieren könnte?“

Vorteil: Zeigt Glaubwürdigkeit durch bestehende Erfolge.

  • „Guten Tag [Name], ich habe mich mit Ihrem Unternehmen beschäftigt und denke, dass wir Ihnen bei [Thema] helfen können. Darf ich kurz erklären, warum?“

Vorteil: Zeigt, dass Sie sich vorbereitet haben und nicht „wahllos“ Unternehmen anrufen.

3. Nutzen hervorheben

Niemand interessiert sich für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung an sich – der Kunde will wissen, welchen Vorteil er davon hat. Formulieren Sie deshalb Ihre Botschaft so, dass der Mehrwert klar wird.

  • „Viele Unternehmen in Ihrer Branche kämpfen mit [Problem], weil [Grund]. Unsere Lösung hilft, indem sie [Lösung] bietet. So können Sie [Nutzen]. Ist das auch eine Herausforderung für Sie?“

Vorteil: Der Kunde erkennt den direkten Mehrwert für sein Problem.

  • „Was wäre, wenn Sie Ihre Kosten um 20 % senken und gleichzeitig Ihre Produktivität steigern könnten – wäre das interessant für Sie?“

Vorteil: Der Kunde hat den konkreten Mehrwert vor Augen und öffnet sich für das Gespräch.

  • „Wir arbeiten bereits mit [ähnliches Unternehmen] zusammen und haben dort [Nutzen] erzielt. Wäre das auch für Sie interessant?“

Vorteil: Reduziert Skepsis und schafft Vertrauen.

Achtung: Sie müssen auch tatsächlich mit diesen Unternehmen zusammenarbeiten. Sonst verlieren Sie jede Glaubwürdigkeit. Im besten Fall können Sie dem potenziellen Kunden auch ein Referenzgespräch mit dem jeweiligen Kunden anbieten, um ihre Glaubwürdigkeit noch mehr zu erhöhen.

  • „Unsere Kunden sparen durchschnittlich [€ oder Zeit] pro Monat – wäre es für Sie interessant, das auch zu erreichen?“

Vorteil: Damit heben Sie den finanziellen Nutzen besonders hervor.

4. Das sollten Sie während des Gesprächs beachten

Aktives Zuhören – So gewinnen Sie das Vertrauen des Kunden

Aktives Zuhören bedeutet, dass Sie dem Gesprächspartner signalisieren, dass Sie ihn wirklich verstehen und auf seine Bedürfnisse eingehen. Dadurch fühlt sich der Gegenüber ernst genommen und öffnet sich eher für ein Gespräch. Beachten Sie: Es ist viel wichtiger, den Kunden sprechen zu lassen, die richtigen Fragen zu stellen und aktiv zuzuhören, als selbst zu sprechen.

Techniken für aktives Zuhören:

  • Paraphrasieren: „Wenn ich Sie richtig verstehe, dann ist für Sie besonders wichtig, dass …?“
  • Bestätigen: „Ja, das macht Sinn …“, „Interessant, erzählen Sie mehr!“
  • Zusammenfassen: „Also, aktuell nutzen Sie [Lösung] und suchen nach einer effizienteren Möglichkeit – richtig?“

Mit Einwänden souverän umgehen

Einwände gehören zur Kaltakquise dazu – die Kunst ist es, sie nicht als Ablehnung zu sehen, sondern als Chance zur Klärung.

So gehen Sie am besten mit Einwänden um:

  1. Verstehen und anerkennen
  • „Ich verstehe, das hören wir öfter …“
  • „Guter Punkt, vielen Dank für Ihr Feedback.“
  1. Hinterfragen und präzisieren
  • „Darf ich fragen, was genau Sie meinen?“
  • „Können Sie mir ein Beispiel geben?“
  1. Lösung anbieten
  • „Was wäre, wenn Sie [Alternative] hätten?“
  • „Angenommen, wir könnten [Lösung] bieten – wäre das interessant?“

Beispiele für typische Einwände und Antworten:

„Kein Interesse.“
„Verstehe ich. Darf ich fragen, woran das genau liegt? Ist es das Produkt an sich oder der Zeitpunkt?“

„Keine Zeit.“
„Ich fasse mich ganz kurz: Wir helfen Unternehmen wie Ihrem, [Nutzen]. Wäre das in Zukunft für Sie spannend?“

„Zu teuer.“
„Gibt es ein konkretes Budget, mit dem Sie planen? Vielleicht gibt es eine passende Lösung für Sie.“

Selbstbewusst auftreten

Achten Sie während des Gesprächs auf eine klare, freundliche Stimme. Sprechen Sie nicht zu schnell und zu monoton. Nutzen möglichst einfache Sprache, die auch Laien verstehen können, wenn Sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung erklären. Stellen Sie sich ein Glas Wasser bereit und lächeln Sie, auch, wenn Sie ihre Gegenüber nicht sehen kann.

Tipp: Stellen Sie sich während der Telefonate hin, das macht automatisch selbstbewusster.

Machen Sie sich das Ziel Ihres Anrufs bewusst

Selbst wenn der Kunde nicht sofort zusagt, ist dranbleiben entscheidend. Vereinbaren Sie, wann Sie sich wieder melden dürfen, und dokumentieren Sie das Gespräch für spätere Kontakte. Viele Abschlüsse entstehen erst nach mehreren Gesprächen! Kaltakquise erfordert Durchhaltevermögen. Nehmen Sie Absagen nicht persönlich, sondern als Lernchance. Je mehr Gespräche Sie führen, desto besser werden Sie.

Fazit

Kaltakquise ist sowohl im B2C als auch im B2B eine starke, aber herausfordernde Methode, um neue Kunden zu gewinnen. Mit der richtigen Vorbereitung, einer guten Gesprächsführung und der Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen können Sie Chancen auf eine erfolgreiche Akquise für Ihren Sales deutlich erhöhen. Denken Sie daran, dass Geduld und Ausdauer oft entscheidend sind – Kaltakquise ist eine langfristige Strategie, die konsequent und respektvoll umgesetzt werden sollte.

 

 

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